Ihr Pferd ist ein Beutetier, ein Fluchttier und ein Herdentier.

 

Es kommt zur Welt und hat auf seiner „Festplatte“ gespeichert: „Du wirst von anderen gefressen, deshalb musst du ständig auf der Hut sein“ (Beutetier).

Das ist der Grund, warum Pferde ein gesteigertes Sicherheitsbedürfnis haben und hinter allem Unbekannten einen „Pferdefresser“ vermuten.

Das Pferd wird gemäß seiner Natur als Fluchttier zunächst immer die Möglichkeit des Fliehens wählen.

Um diesem Sicherheitsbedürfnis Rechnung zu tragen, haben die Pferde sich zu Herdenverbänden (Herdentier) zusammengeschlossen.

Treffen zwei Pferde zusammen, so wird auf der Stelle die Rangordnung festgelegt. Der Ranghöhere bestimmt, was wann zu tun ist. Das rangniedrige Pferd macht gerne mit, denn nur wenn sich die Herde einig ist, ist das Überleben aller gesichert.

Ein Zusammenleben in der Herde funktioniert aber nur, wenn dieser ein starker Chef (hier ist nicht körperlich gemeint!) vorsteht.

Es handelt sich hierbei um die Leitstute!

Und dieser Leitstute vertrauen die Herdenmitglieder bedingungslos. Was diese Stute „sagt“ ist für die anderen Pferde „Gesetz“.

Wenn die Leitstute Gefahr und damit Flucht signalisiert, werden alle Pferde ohne Ausnahme Folge leisten.

Es wird sicherlich nicht darüber diskutiert, ob dies jetzt wirklich erforderlich ist.

Dieses Prinzip müssen Sie sich für Ihre Arbeit mit dem Pferd zunutze machen.

Und Sie werden sehen, die meisten Probleme lösen sich auf diese Art wie von selbst!

 

Die Kommunikation mit Pferden fällt dem Menschen wesentlich leichter, wenn er sich bewusst wird, dass das Pferd in erster Linie als Flucht- und Herdentier handelt.

Gelingt es dem Menschen, dem Pferd durch Souveränität und Konsequenz zu signalisieren, dass er ranghöher ist, wird das Pferd bereitwillig (fast) alles tun, was der Mensch verlangt.

Durch Bodenarbeit wird Pferden bereits ab dem Fohlenalter Vertrauen und respektvolles Verhalten gegenüber dem Menschen beigebracht. Auf diese Weise wird sich der Umgang mit Ihrem Pferd zum Positiven verändern und die Gefahr von Unfällen reduziert sich.

Meist kommt es nur deshalb zu Unfällen, weil die Kommunikation zwischen Mensch und Pferd nicht stimmt.